karl Holtz

Volles Haus ohne kommerziellen Umsatz

Wenn schon kein Kommerz, dann wenigstens Kunst
Zum vierten Mal konnten mit der Karl-Holtz- Ausstellung bisher unvermietete gewerbliche Räume in Bergholz-Rehbrücke einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden. Erika Haenel hat die 70 Teilnehmer an der Eröffnung der Karl-Holtz-Ausstellung in ihrem Beitrag "Unser Ort..." bereits hervorgehoben.
Nicht erwähnt hat sie dabei das Lob, das Ortsverein und aktive Helfer von beiden Gästen erhielten. Karikaturist und Kollege von Karl Holtz, Harald Kretzschmar: "Ich bin fassungslos begeistert und gratuliere Bergholz-Rehbrücke zu diesem Ereignis!" Nachlaßverwalter und Journalist Wolfgang Schütte: "Auch ich bin ausgesprochen glücklich über die Aktivitäten des Ortsvereins und den Erfolg, der sich hier heute zeigt. Das ist wirklich begeisternd."
Ich hebe dieses Lob insbesondere als Externer (Berliner) hervor, weil aus meiner Sicht das künstlerisch kulturelle Angebot in Bergholz-Rehbrücke weit überdurchschnittlich und für einen knapp 6000-Seelen-Ort höchst bemerkenswert ist. Lebt man innerhalb der Gemeinde, neigt vielleicht mancher dazu, das Angebotene als selbstverständlich hinzunehmen. Das ist es wirklich nicht! Dahinter stecken viel, viel mühselige Kleinarbeit, Enthusiasmus, Ideenreichtum und Durchhaltevermögen. All dieses wünsche ich zukünftig auch denen, die Dagmar Schoberts Organisatorenrolle hinsichtlich der Rehbrücker Literatur- und Kulturabende übernommen haben.
Aus Zeit- und Platzgründen kann ich das hier nicht wiedergeben, was die beiden, Harald Kretzschmar und Wolfgang Schütte, über ihre Begegnungen mit und das Leben von Karl Holtz den aufmerksamen Zuhörern im Plauderton berichteten. Ich fand diese Form der abwechselnden freien Erzählung sehr angenehm und sehr viel persönlicher als einen Einzelvortrag.
Ergänzt wurde diese teils menschliche, teils künstlerische Sicht noch durch Uwe Jaegers Erlebnisse mit Karl Holtz und Erläuterungen insbesondere zu den Jahren des Künstlers in Bautzen. Er leitete seine lebendigen Schilderungen mit einer Bemerkung ein, die ich selbst nur unterstreichen kann: "Ich bin froh, in einer Zeit zu leben, in der man alles offen aussprechen darf." (Karl Holtz hatte eine zu frei interpretierte Karikatur mit sieben Jahren Haft in Bautzen bezahlen müssen).
Wir werden die Aktiven der Veranstaltung bitten, einige der persönlichen Eindrücke von Karl Holtz für uns zu Papier zu bringen. Das Jubiläumsjahr hat ja auch gerade erst begonnen.

Rolf D. Bathe